Die Planungen hatten bereits im September 2016 begonnen, erste Ideen wurden entwickelt und sich Basteleien ausgedacht. Anfang März 2017 war dann ein Punkt erreicht, der zwei Aktionen nötig machte.

Zum einem wurde beim Material eine Inventur durchgeführt. Mit den von der Kirchengemeinde spendierten Regalen konnten wir Kisten, Schachteln und Beutel sogar noch besser strukturieren.

Die zweite Aktion war das Planungswochenende. Auch in diesem Jahr schloss sich das Team für drei Tage im Haus am Schüberg (Ammersbek) ein. Doch zuvor galt es den nächstgelegene Supermarkt zu plündern. Unsere Küchenfee Susanne ist dort wohlbekannt, wenn sie durch die Tür tritt, wird der Filialleiter augenblicklich blass, bedeutet ihr Eintreten doch regelmäßig eine Plünderung seines Ladens. Hatte sie dann noch das halbe Team im Schlepptau, fehlte nicht viel zu einer Ohnmacht.



In Ammersbek angekommen, begannen die Planungen noch am selben Abend. Nach einem Brainstorming bekam die Ferienwoche Struktur, um dann anschließend diese Struktur mit "Fleisch" zu füllen.



Selbst in den Runden, die der reinen Entspannung dienten, wurde nebenbei gearbeitet. Dieses Mal galt es eine gewaltige Anzahl von Dosen einer bekannten Chipsmarke zu leeren, da jene als Bastelmaterial benötigt wurden. Das hatte nichts mehr mit Spaß und Genuss zu tun, wie gerade die kauenden Herren bestätigten.



Manchmal dauerten die Sitzungen bis zum frühen Morgen, da war an Aufräumen natürlich nicht mehr zu denken.



Ein weiterer wichtiger Punkt bei den Vorbereitungen stellte die Gestaltung der verschiedenen Plakate dar. Bettlaken wurden mit thematisch passenden Motiven bemalt.



Mit Hilfe modernster Technik entstanden Löwenkopf, Drachen und ein Berghang für einen Tempel. In dem Bauwerk sollte das Orakel untergebracht werden.



Im Dezember 2016 war das Team mit dem Sozialpreis Rahlstedt ausgezeichnet worden. Das zog nun einen weiteren Termin nach sich. Im Juni waren alle Preisträger aus Wandsbek in das Bezirksamt zu einer Feierstunde eingeladen worden.



Der Vorsitzende der Bezirksversammlung, Peter Pape, würdigte die ehrenamtliche Arbeit im Bezirk und freute sich über das zahlreiche Erscheinen der Preisträger. Das Team der Kinderferienwoche stellte dabei die größte Gruppe, sehr zum Leidwesen der anderen Preisträger, wie sich beim anschließenden Empfang am Büfett zeigte.



Noch ein weiteres Mal wurde sich getroffen, um finale Details zu besprechen und letzte Pinselstriche auszuführen.



Und dann war er auch schon da: der Aufbausamstag, wie wir ihn nennen. Dann wird das alte und neue Material aus dem Keller geholt, das Gemeindehaus und Kirche werden dekoriert, die Küche vorbereitet und Vorräte angelegt.



Am Ende des Tages war auch das letzte Bettlakenplakat fertig und der wüste Materialhaufen hatte sich in ordentlich vorsortierte Kartons und Taschen verwandelt.



In diesem Jahr gab es auch noch einen Aufbausonntag, da wir aus terminlichen Gründen die Kirche erst am Sonntag Nachmittag bearbeiten konnten.



Doch nach zwei Stunden hing unser Plakat und der Tempel des Orakels war aufgebaut.



Montagmorgen, Showdown. 40 Kinder meldeten sich beim Team. Sie wurden auf einer Liste abgehakt, mit einem provisorischen Namensschild versehen und hinterließen einen farbigen Handabdruck.



Nachdem alle Kinder eingetroffen waren, nahmen sie erst auf dem Rasen und dann in der Kirche Platz. Dort erzählten Teamchefin Sabrinasos und Pastorin Andrea Weigt von Gemeinschaft und dem Kennenlernen neuer Freunde, von Abenteuern, die sie gemeinsam bestehen können.



Nach dem Lied Gib uns Ohren meldet sich plötzlich das Orakel aus dem Tempel und erzählte von seinem Freund Herkules, der dringend Hilfe brauchte. Der griechische Held hatte 12 Aufgaben bekommen, die er nicht alle allein bewältigen konnte. Das Orakel fragte, ob die Kinder wohl helfen könnten und empfahl nach deren Zustimmung, das sie sich erst besser kennenlernen und dann für die Aufgaben ausrüsten.



Währenddessen glühte in der Küche schon der Herd, denn auch kleine Helden müssen gut und ausreichend verpflegt werden. Am ersten Tag sollte es Götterknolle mit Pegasusschnitzel geben und hinterher eiskalten Nektar.



Die Kinder hatten sich in kleinen Gruppen zusammen gefunden, bemalten ihre farbigen T-Shirts und Stoffbeutel. Bei kleinen Spielen lernte man sich besser kennen. Die Zeit verging wie im Fluge und alle stürzten sich auf das leckere Mittagessen, denn: ohne Mampf kein Kampf.



Anschließend wurde die eigentliche Ausrüstung hergestellt. Dazu gehörte eine silbern glänzende Rüstung, ein Gürtel für das Schwert (und auch die Trinkflasche), das Schwert selbst, sowie Armbänder aus Leder und Amulette aus Speckstein.



Gerade diese Station ist bei unseren Youngstern Lenasos und Lisasos sehr beliebt. Kann man sich dabei doch so herrlich "einsauen". Eine Gelegenheit, auf die sich die beiden jedes Jahr aufs neue freuen. tongue-out



Am Ende des ersten Tages war aus den 40 verschiedenen Kindern schon eine kleine Gemeinschaft geworden, die bereit war, sich den Aufgaben der nächsten Tage zu stellen.

Dienstag, Tag 2. Das Orakel meldete sich erneut und bat nun um konkrete Hilfe. Herkules musste den nemeischen Löwen erlegen. Die Kinder sollten ihn in seine Richtung treiben. Allerdings benötigten sie dazu eine besondere Ausrüstung, für deren Erwerb die kleinen Helden wiederum Goldmünzen sammeln mussten. Dazu sollten sie kleine Aufgaben lösen.



Für jede gelöste Aufgabe gab es eine Münze. Dazu gehörte der Kistenlauf, das Spinnennetz (und wehe, das Glöckchen klingelt), Kugelstoßen und Seilspringen.



Während die kleinen Helden um jede Goldmünze kämpften, bereiteten die Küchenfeen ein griechische Nationalgericht zu. Nach einen jahrhundertealten Originalrezept wurden hier die in der ganzen Welt berühmten Nudelos Hacksos nachgekocht.



Fern der Kochstelle wurden weitere Goldstücke gesammelt. Sackhüpfen, ein Abgrund musste überwunden, kleine Trophäen gejagt, blindes Vertrauen gezeigt und ein gefährlicher Gladiatorenkampf bestanden werden.



Am Ende waren alle Münzen erworben. Zur Entspannung widmeten sich die kleinen Helden bis zum Mittagessen konzentriert weiteren Studien. Mit farbigen Stiften markierten sie die wichtigsten Textstellen.



Die "gefräßige Stille" wurde fast erreicht (naja, eigentlich nicht einmal annähernd), aber die Küchenfeen wussten auch so: sie hatten wieder alles richtig gemacht.



Mit ihren Goldmünzen konnten die Kinder nun Material erwerben, welches sie für die Herstellung einer Löwenkopf-Trophäe benötigten. Denn nur damit würde es ihnen gelingen, den nemeischen Löwen in die Richtung von Herkules zu treiben.



Am nächsten Morgen, dem Tag 3, erzählte das Orakel, das Herkules seine Aufgabe erfüllen konnte und sehr dankbar sei. Doch nun brauchte er ein weiteres Mal Hilfe. Er musste die Kerynitischen Hirschkuh und Erymanthischen Eber einfangen. Allerdings habe er keine Ahnung, wie er die beiden Tiere finden solle. Es würde aber helfen, wenn die Kinder lernten, wie man die Spuren von Hirsch und Wildschwein findet.

Das Orakel schlug daher vor, einen Wald zu besuchen. Es würde dazu ein besonderes Gefährt schicken, damit alle kleinen Helden zu dem Wald gelangten, in dem die Tiere zuletzt gesehen wurden.



So geschah es. Die Küchenfeen verpackten die Nahrung, um im Wald eine klassisches griechisches NickPick herzurichten, wussten sie doch nur zu genau, das die kleinen Helden nach der gefährlichen Spurensuche hungrig sein würden. Die beiden Küchenfeen Anja und Vera staunten immer wieder, wie viel in die kleinen Bäuche passt.



Das Orakel hatte auch die Bewahrer des Waldes von der Ankunft der Kinder informiert. Und so erwarteten die Wildhüter Andrea und Wildhüter Jan unsere Helden, um sie bei der Suche zu unterstützen oder sie noch ein paar Fertigkeiten zu lehren.



Stunde um Stunde kämpften sich die Kinder durch den grenzenlosen Wald und erlebten dabei so machen gefährliche Situation. Nur ihrer hohen Disziplin ist es zu verdanken, das kein einziger der kleinen Helden zurückblieb und für immer im Wald verschwand.



Erschöpft erreichten sie schließlich ihren Ausgangspunkt und verschlangen heißhungrig die liebevoll zubereiteten Köstlichkeiten.



Am Ende des Tages brachte das vom Orakel gesandte Gefährt alle wieder sicher in die Heimat zurück.

Am nächsten Morgen berichtete das Orakel, Herkules habe die Kerynitischen Hirschkuh und den Erymanthischen Eber einfangen können, dank der Hilfe durch die Kinder. Doch leider habe die Hydra, ein mehrköpfiger Drachen, die goldenen Äpfel der Hesperiden gestohlen. Herkules hätte die Äpfel zwar verteidigt und den Drachen dabei verletzt, diesem sei aber trotzdem die Flucht gelungen. Die kleinen Helden mögen nun der Blutspur folgen und die goldenen Äpfel zurückbringen.



Die blutige Spur führte in den mystischen Wald, von den Eingeborenen Wehlbrook genannt. Der Drache war verschwunden, hatte aber seine Beute verloren. Hier mussten die Kinder kleine Prüfungen bestehen, nur so konnten sie die von der Hydra im Wald verlorenen Äpfel finden.



Keine leichte Aufgabe, aber schließlich waren alle zehn goldenen Äpfel gefunden und zufrieden verließen die kleinen Helden den Wald. Zuhause erwarteten die Küchenfeen sie mit Eulen aus Athen und Heras dunkler Seite, beides typisch griechische Speisen. Einige der vorwitzigen kleinen Helden meinten zwar, es sei Putengeschnetzeltes und Schokopudding, aber das ist natürlich Unsinn.

Alle waren von den Ereignissen der letzten Tage müde und erschöpft und hofften nun, einen entspannten Nachmittag genießen zu dürfen, doch das Orakel hatte noch eine letzte, allerletzte Bitte. Herkules hatte beim Säubern der vier Ställe des Augias seinen Geldbeutel verloren. Es war ihm zwar etwas peinlich, das er nicht selbst danach suchen konnte, eine andere Aufgabe hielt ihn davon ab, aber die genau 200 Goldmünzen hätte er schon gern wieder.



Ein weiteres Mal sprangen die kleinen Helden für Herkules ein. Quasi kopfüber stürzten die Kinder in das Stroh, fanden Münze um Münze. Halm für Halm sammelten sie auf und müssten nebenbei die Strohsäcke noch verteidigen. Ein böser Geist, der verdächtig wie die furchterregende Medusa aussah, kippte ein ums andere Mal die Säcke wieder aus und die Arbeit begann von vorn.



Aber schließlich waren alle 200 Münzen gefunden und die kleinen Helden präsentierten sich stolz dem für seine Bildnisse weithin bekannten Jensos, der die strahlenden Gesichter in Stein meißeln würde.



Nun endlich hatten sich alle ein kleine Ruhepause verdient. Ganz gemütlich widmete man sich diverser Handarbeiten oder reparierte die eine oder andere Rüstung, die im Einsatz der letzten Tage doch gelegentlich gelitten hatte.



Am nächsten Morgen verkündete das Orakel, Herkules habe alle seine Aufgaben erfüllen können und sei in den Olymp aufgestiegen. Aus Dankbarkeit für die unschätzbare Hilfe habe er eine kleine Schatztruhe hinterlassen. Mit dessen Inhalt mögen die kleinen Helden ein Fest zu seinen Ehren feiern und dazu auch ihren Ahnen einladen.



Begeistert stürzten sich die Kinder auf die neuen Aufgaben, versprachen diese doch endlich einmal Spaß, und nicht Mühsal und Leid. Überall wurde geprobt und geübt. Zwei Tänze sollten es sein und ein kleines Theaterstück, und eine akrobatische Nummer wollte man darbieten, und Dekoration musste her.



Aus jedem Raum kamen Geräusche. Musik, Gekicher oder lautes Gelächter, Trampeln und Stampfen oder das leise Zischen der Klebepistole. Unterbrochen wurden die Vorbereitungen nur von den Küchenfeen, welche die unglaublich leckeren Rollen des Olymp zubereitet hatten. Jene Speise, die vollen Körpereinsatz erforderte und die kaum jemand zu sich nehmen konnte, ohne sich dabei zu bekleckern. Trotz der Einweisung durch den extra herbei gerufenen Spezialisten Stefanos.

Endlich war es soweit, die Ahnen versammelten sich in dem Festsaal. Dann zogen die kleinen Helden ein. Angeführt wurden sie dabei von dem in ganz Griechenland geachteten SVEAtkämpfer (so benannt nach der ersten Trägerin der legendären Rüstung).



Nun ging es Schlag auf Schlag. Getanzt wurde zuerst nach einer jahrhundertealten Melodie, der Toccata. Es folgte ein Theaterstück, welches von der Geburt des Herkules erzählte und wie er zu seinen übernatürlichen Kräften kam. Bei den akrobatischen Pyramiden präsentierten die kleinen Helden auch gleich die während der Woche entstandene Ausrüstung. Ein gemeinsames Lied ließ die Mauern der ehrwürdigen Kirche erzittern und zum Abschluss präsentierte die zweite Tanzformation einen klassischen Sirtaki.



Am Ende des Festes bedankte Pastorin Andrea Weigt sich bei allen Beteiligten und verabschiedete alle Anwesenden mit einem Reisesegen in die Ferien. Damit ging die Kinderferienwoche 2017 offiziell zu Ende.



Doch bevor es an das Aufräumen ging, war ein gemeinschaftliches Duschen erforderlich. Auch dies hat eine uralte Tradition. Nach knapp 30 Minuten hatten nur die Unbeteiligten noch trockene Kleidungstücke am Körper.



Nun wurde gefegt, gestaubsaugt, geputzt, gesammelt, gestapelt. Brauchbares Material im Keller eingelagert, unbrauchbares entsorgt. Am Ende erinnerte nur ein vergessenes Stück Klebeband an die Ereignisse der letzten Tage.



Jetzt war es zu guter Letzt Zeit für die abschließende Tradition der Kinderferienwoche, dem gemeinsamen Grillen. Der extra aus FRANKreich eingeflogene Grillmeister zelebrierte für jeden Gaumen Grillgut mit reichlich leckeren Röstaromen. Zum Nachtisch hatten wir einen mit viel Liebe gebackenen Kuchen geschenkt bekommen.



Einige der Damen benötigten nach der wilden Dusche etwas Wellness, die ihnen besonders von den Herren gern gewährt wurde. Man kann dabei zwar nicht unbedingt von Meisterstücken der Friseurzunft sprechen, aber es zählt immerhin der Gedanke.



Bis in die tiefe Nacht (die letzten brachen am frühen Morgen auf) ließ das Team die Woche Revue passieren. Das meiste hat gut funktioniert, manchmal sogar besser als erwartet. Anderes war verbesserungswürdig. Aber das Hauptziel wurde erreicht: alle, Team und Kinder, hatten fünf Tage lang Spaß.

Das Team der Kinderferienwoche
Alida, Anika, Anja, Anneke, Jens, Lena, Lisa, Lukas, Maraike, Matthias, Melina, Sophia, Stefan, Susanne, Svea, Toni, Vera und der Leitdrache Sabrina.

P.S. die Gesichter aller Minderjährigen wurden nachträglich unkenntlich gemacht